Qualitätssicherung

In der Agrar- und Ernährungswirtschaft ist heute die Gewährleistung der Prozesssicherheit eine Grundvoraussetzung für den Marktzugang. Dabei regeln über alle Erzeugungsstufen verschiedene Standards, teilweise mit gegenseitiger Anerkennung, die einzuhaltenden Vorgaben. In Deutschland nimmt dabei das QS-System eine herausgehobene Stellung ein. Mit der Einbindung aller in der Lebensmittelkette beteiligten Produktionsstufen – vom Stall und Acker bis zur Verkaufstheke – garantiert es Sicherheit und Transparenz in der Erzeugung von Lebensmitteln.

IQ-Agrar organisiert die Teilnahme an Systemen für Qualitätssicherung marktneutral. Dazu zählen das QS-System, aber auch die Zertifizierung nach dem Standard GLOBALG.A.P. und weitere Systeme (FIAS, Regionalfenster). Alle Dienstleistungen können von den Kunden ohne Einschränkungen in Einkauf oder Vermarktung zu günstigen Konditionen genutzt werden.

Organisationen

Betriebe

IQ-Agrar – Bündler für das QS-System

  • Bündler im System QS – Qualität und Sicherheit GmbH für alle Standards der Erzeugerstufe
  • Partner für über 15.000 Betriebe und rund 200 Organisationen
  • Dienstleister für das gesamte Bundesgebiet
  • Marktneutralität
  • Kostenvorteile im Rückstands- und Futtermittelmonitoring
  • Dienstleister für zusätzliche Zertifizierungen
  • Kostengünstige Kombi-Audits verschiedener Standards
  • Kompetente Interessenvertretung
  • Bündler für die Initiative Tierwohl

Aktuelles

Lieferberechtigung prüfen

Die tagesaktuelle Lieferberechtigung eines Standortes ist in der QS-Datenbank hinterlegt und muss bei jeder Lieferung (Tierzukauf, Tiertransport, Misch- und Einzelfuttermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe) abgefragt werden.

Eine Anleitung zur Kontrolle der Lieferberechtigung finden Sie hier.

12. März 2020

QS-Revisionen 2022

Die neuen QS-Revisionen für 2022 sind ab sofort verfügbar:

QS-Revisionen 2022 - Schwein
QS-Revisionen 2022 - Rind
QS-Revisionen 2022 - Geflügel
QS-Revisionen 2022 - Obst, Gemüse, Kartoffeln
QS-Revisionen 2022 - Tiertransport

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

01. Januar 2022

Umgang mit Leerständen im QS- und ITW-System über einen längeren Zeitraum

Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflussen auch die Schweinehalter in Ihren weiteren betrieblichen Ausrichtungen. Bei einer betrieblichen Umstrukturierung sind viele Details zu beachten und viele Änderungen zu melden. Falls eine längere Leerstandszeit geplant ist, sollten Sie sich im Vorfeld um einige Angelegenheiten kümmern. Häufig steht bei dieser Informationskette der Bündler für das QS- oder ITW-System nicht an erster Stelle, dabei ist es enorm wichtig, sich an diesen zu wenden. Wir erklären warum:

ITW-System
Lange Leerstände oder sogar eine mögliche Aufgabe der Schweinehaltung führen bei der Teilnahme an der Initiative Tierwohl immer wieder zu Problemen. Jeder Betrieb, der die Teilnahme an der ITW beendet, benötigt ein abschließendes Bestätigungsaudit. Wenn die Frage im Raum steht, ob nach einem Leerstand überhaupt wieder Tiere eingestallt werden, ist ein vorsorgliches Audit ratsam. Häufig kann das ohnehin anstehende Bestätigungsaudit dafür frühzeitig herangezogen werden. Eine Auditierung kann jedoch nur erfolgen, solange Tiere im Stall sind. Melden Sie sich daher zeitnah vor der letzten Ausstallung bei Ihrem Bündler, um den weiteren Verlauf zu besprechen.

QS-System
Im QS-System ist die Meldung eines Leerstands von großer Bedeutung für das verpflichtende Salmonellenmonitoring. Um möglicherweise drohende Liefersperren zu verhindern, sollte der Leerstand umgehend nach Wiederaufstallung bei dem Bündler gemeldet werden. Die Meldung bewirkt bei der Quartalskategorisierung eine Verlängerung des Beprobungszeitraums (auf max. 5 Quartale). Ein Leerstand umfasst min. 30 Tage, bis maximal 6 Monate und kann nur einmal innerhalb von zwölf Monaten gemeldet werden. Die Teilnahme am QS-System bleibt in dieser Zeit weiterhin bestehen. Unabhängig von dem gemeldeten Leerstand muss für die Salmonellenkategorisierung das betriebsindividuelle Probensoll erfüllt werden, welches Sie den Quartalsinformationen des Bündlers entnehmen können. Ist das aktuelle Probensoll nicht erreicht, müssen weitere Maßnahmen – wie bspw. die Blutprobenziehung vor der nächsten Vermarktung – ergriffen werden.
Ist im Vorfeld absehbar, dass ein Standort länger als 6 Monate keine Mastschweine halten wird, kann über eine vorrübergehende Abmeldung vom QS-System nachgedacht werden. Dies sollte jedoch immer betriebsindividuell und in Absprache mit dem Bündler beurteilt werden.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

22. April 2022

Erneuter Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest

Einhaltung von Kriterien, Umgang mit Vermarktungsengpässen

Angesichts der jüngsten ASP-Ausbrüche in Niedersachsen und Brandenburg sowie der daraus resultierenden behördlichen Maßnahmen beachten Sie bitte das Vorgehen im QS-System. Lassen sich bestimmte Kriterien durch die Ausnahmesituation z.B. bei Vermarktungsengpässen nicht einhalten, gelten folgende Regelungen:

Plausible Begründung ist Voraussetzung
Wenn im Audit plausibel erkennbar ist, dass die erhöhte Besatzdichte bei Schweinen nur vorübergehend und der Sondersituation geschuldet ist, wird das Kriterium „Platzangebot“ nicht negativ bewertet.
Dies gilt auch für weitere, damit verbundene Prüfkriterien. So kann beispielsweise das Tier/Tränkplatz-Verhältnis evtl. nicht mehr eingehalten werden. Auch die Stallböden für Mastschweine können, wenn die Tiere länger als geplant in der Ferkelaufzucht bleiben, ggf. nicht mehr passen, oder das Stallklima entspricht nicht mehr allen Anforderungen des Leitfadens. Auch in diesen Fällen muss geklärt werden, ob die Abweichungen aus der Sondersituation resultieren. Wenn ja, wird das Kriterium nicht abgewertet – es sei denn es entsteht ein massiver Verstoß gegen Tierschutzvorgaben.
Für eine plausible Begründung sollte möglichst eine schriftliche Bestätigung zur behördlichen Sperrung des Betriebs vorliegen. Dies gilt auch, wenn der Betrieb nicht selbst direkt von einer Vermarktungssperre betroffen ist, sondern einer der abnehmenden Betriebe bzw. das Schlachtunternehmen.
Wichtig: Abweichungen, die auf erhöhte Tierzukäufe zurückzuführen sind, sind von dieser Ausnahme explizit ausgenommen.

Tierschutzanforderungen einhalten
In dieser Ausnahmesituation ist die Tierbeobachtung durch den Tierhalter besonders entscheidend, damit die grundlegenden Tierschutzanforderungen eingehalten werden. Der Tierhalter muss deshalb alle möglichen Maßnahmen für die Gesunderhaltung der Tiere ergreifen. Die Ausnahmeregelungen greifen nur, wenn im Sinne des Tierschutzes gehandelt wurde.
Wenn Tierhalter kurzfristig Ausweichställe zur Unterbringung von Schweinen anmieten oder die Tiere in anderen Ersatzgebäuden unterbringen, muss im Sinne des Tierschutzes die korrekte Versorgung der Tiere ebenfalls sichergestellt sein. Sollten Gebäude genutzt werden, die nicht im bisherigen Audit berücksichtigt waren, muss der Tierhalter den Bündler über die Nutzung der Ersatzunterkunft und die voraussichtliche Dauer informieren. Diese Meldung an den Bündler wird im Audit unter 2.1.1 Betriebsdaten bewertet. Eine Auditierung dieser Ersatzställe vor der Nutzung oder der Vermarktung der Tiere ist nicht zwingend notwendig.

Auditdurchführung/Zertifikatsverlängerung
Wenn ein Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen nicht betreten werden darf, müssen auch die Kontrollen im Rahmen von QS entfallen. Für die Zertifikatslaufzeiten gilt weiterhin: Mit entsprechender Begründung kann ein Zertifikat nach dem üblichen Verfahren des QS-Systems verlängert werden. Alle übrigen anstehenden Audits in nicht betroffenen Regionen können – selbstverständlich unter Einhaltung aller Biosicherheitsmaßnahmen – weiterhin durchgeführt werden.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

07. Juli 2022

IQ-Agrar App

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