Initiative Tierwohl

Im Jahr 2015 startete die von Landwirten und Verbrauchern erwartete Initiative Tierwohl (ITW). In dieser Initiative setzen sich Unternehmen und Verbände der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft und des Lebensmitteleinzelhandels gemeinsam für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung ein. Als ITW-Bündler organisiert IQ-Agrar die Teilnahme der Landwirte vom Registrierungsverfahren bis zur Auditierung. Daneben gehört es zu den Aufgaben, die Landwirte im Vorfeld über die Inhalte und Umsetzung der Teilnahme an der Initiative zu informieren.

Lebensmittelketten

€/Jahr

IQ-Agrar – Bündler für die Initiative Tierwohl

  • Bündler für die Inititative Tierwohl der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH
  • Stammdatenpflege
  • Meldungen von Tierbestandsbewegungen im IQ-Agrar PORTAL
  • Marktneutralität
  • Kompetente Auditvorbereitung
  • Kostenvorteile bei der Auditierung

Aktuelles

Coronavirus – Wiederaufnahme der Audittätigkeit

Im Hinblick auf das aktuell verlangsamte Infektionsgeschehen und der in vielen Lebensbereichen bereits erfolgten Lockerungen erachtet die QS GmbH, wie auch die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl, die Durchführung von Audits nun wieder als möglich.

Zum Schutz aller am Audit beteiligten Personen müssen weiterhin in besonderer Weise die Hygieneregeln beachtet werden. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts unter: www.rki.de

Die Auditoren haben Handlungsempfehlungen zur Auditdurchführung unter Beachtung des aktuellen Corona-Geschehens erhalten und klären im vorhinein telefonisch das Vorgehen mit den Betrieben.

20. Mai 2020

Weiterführung der Initiative Tierwohl 2021!

Die Teilnahme an der Initiative Tierwohl wird über den 01. Januar 2021 hinaus fortgeführt!

Informationen zur Teilnahme an der neuen Programmphase 2021-2023 finden Sie hier.

30. Juli 2020

Aktualisierte Erläuterungen

Die Initiative Tierwohl hat die Erläuterungen zur Laufzeit 2020-2023 aktualisiert. Die überarbeiteten Passagen sind farblich im Dokument hinterlegt und beziehen sich auf die Kriterien Tageslicht, Fortbildung, Bezug von ITW Ferkeln (bei Ferkelaufzucht) und Raufutter.

Die aktualisierten Erläuterungen finden Sie hier.

14. August 2020

Vermarktungsengpässe wegen Coronavirus und ASP – Einhaltung von Kriterien

Angesichts der erneuten Ausbreitung des Coronavirus in Schlachtbetrieben sowie der behördlichen Maßnahmen aufgrund von ASP-positiven Wildschweinkadavern kann es zu Vermarktungsengpässen kommen.

Plausible Begründung
Wenn im Audit plausibel erkennbar ist, dass die erhöhte Besatzdichte bei Schweinen nur vorübergehend und der Sondersituation geschuldet ist, ist das im Audit entsprechend zu berücksichtigen: In diesem Fall wird das Kriterium „Platzangebot“ nicht negativ bewertet.
Die Anwendung dieser Ausnahmeregelung ist entsprechend im Auditbericht zu dokumentieren.

Dies gilt auch für weitere Prüfkriterien. So kann das Tier/Tränkeplatz-Verhältnis und in der Ferkelaufzucht das Tier/Fressplatz-Verhältnis evtl. nicht mehr eingehalten werden. Auch die Stallböden für Mastschweine können, wenn die Tiere länger als geplant in der Ferkelaufzucht bleiben, ggf. nicht mehr passen, oder das Stallklima entspricht nicht mehr allen Anforderungen des Leitfadens. Auch in diesen Fällen muss geklärt werden, ob die Abweichungen aus der Sondersituation resultieren. Wenn ja, wird keine Abwertung vorgenommen.

Für eine plausible Begründung sollte möglichst eine schriftliche Bestätigung vom Schlachtbetrieb, Vermarkter oder Mastbetrieb bzw. eine schriftliche Bestätigung zur behördlichen Sperrung des Betriebs vorliegen. Dies gilt auch, wenn der Betrieb nicht selbst direkt von einer Vermarktungssperre betroffen ist, sondern einer der
abnehmenden Betriebe bzw. das Schlachtunternehmen.

Wichtig: Abweichungen, die auf erhöhte Tierzukäufe zurückzuführen sind, sind von dieser Ausnahme explizit ausgenommen.

Tierschutzanforderungen einhalten
In dieser Ausnahmesituation ist die Tierbeobachtung durch den Tierhalter besonders entscheidend, da mit die grundlegenden Tierschutzanforderungen eingehalten werden. Der Tierhalter muss deshalb alle möglichen Maßnahmen für die Gesunderhaltung der
Tiere ergreifen.

Wenn Tierhalter kurzfristig Ställe zur Unterbringung von Schweinen anmieten oder die Tiere in anderen Ersatzgebäuden unterbringen, muss im Sinne des Tierschutzes die korrekte Versorgung der Tiere ebenfalls sichergestellt sein. Sollten Gebäude genutzt werden, die nicht im bisherigen Audit berücksichtigt waren, muss der Tierhalter den Bündler über die Nutzung der Ersatzunterkunft und die voraussichtliche Dauer informieren. Eine Auditierung dieser Ersatzställe vor der Vermarktung ist nicht zwingend notwendig.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

14. Oktober 2020

Ausnahme bei Vermarktungsengpässen – Einzelfallentscheidung bei Vermarktung an
Nicht-ITW-Schlachtbetriebe

Durch die erneute Ausbreitung des Coronavirus und damit reduzierte Schlachtkapazitäten in Schlachtbetrieben sowie durch behördliche Maßnahmen aufgrund von ASP-Funden bei Wildschweinen, kann es derzeit zu Vermarktungsengpässen kommen. Im Einzelfall bietet die Vermarktung an Schlachtbetriebe, die nicht an der ITW teilnehmen – ggf. auch an Schlachtbetriebe im Ausland – die einzige Möglichkeit für Tierhalter, einen Schweinestau im eigenen Mastbetrieb zu vermeiden oder aufzulösen und somit im Sinne des Tierschutzes eine Überbelegung der Ställe zu verhindern.

Normalerweise wird für Tiere, die an Nicht-ITW-Schlachtbetriebe geliefert werden, kein Tierwohlentgelt gezahlt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es dennoch möglich, die Tiere für die Auszahlung des Tierwohlentgelts über die Trägergesellschaft zu berücksichtigen. Sollten Tierhalter ausnahmsweise an einen Schlachtbetrieb, der nicht an der ITW teilnimmt, bzw. ins Ausland vermarktet haben, wird über eine Auszahlung des Tierwohlentgelts im Einzelfall entschieden.

Um die Vermarktungssituation einschätzen zu können, werden genaue Informationen benötigt:

  • Eine Stellungnahme des Tierhalters mit Begründung der Vermarktungssituation
  • Eine schriftliche Bestätigung des üblichen ITW-Schlachtbetriebs oder Viehhändlers, dass die Tiere derzeit nicht angenommen werden können
  • Die Schlachtabrechnung bzw. Schlachtergebnismeldung (Auszahlungsbeträge können geschwärzt werden)
  • Bei Vermarktung ins Ausland: vom Amtsveterinär ausgestellte „Bescheinigung für den innergemeinschaftlichen Handel“.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

20.11.2020

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