Initiative Tierwohl

Im Jahr 2015 startete die von Landwirten und Verbrauchern erwartete Initiative Tierwohl (ITW). In dieser Initiative setzen sich Unternehmen und Verbände der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft und des Lebensmitteleinzelhandels gemeinsam für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung ein. Als ITW-Bündler organisiert IQ-Agrar die Teilnahme der Landwirte vom Registrierungsverfahren bis zur Auditierung. Daneben gehört es zu den Aufgaben, die Landwirte im Vorfeld über die Inhalte und Umsetzung der Teilnahme an der Initiative zu informieren.

Lebensmittelketten

€/Jahr

IQ-Agrar – Bündler für die Initiative Tierwohl

  • Bündler für die Inititative Tierwohl der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH
  • Stammdatenpflege
  • Meldungen von Tierbestandsbewegungen im IQ-Agrar PORTAL
  • Marktneutralität
  • Kompetente Auditvorbereitung
  • Kostenvorteile bei der Auditierung

Aktuelles

Start: ITW Rind

Kriterien und Dokumente

Die Unterlagen für die erste Programmphase der Initiative Tierwohl für den Bereich Rind wurden veröffentlicht. In der Initiative Tierwohl Rind können Rindermäster, Kälbermäster und Milchviehhalter (letztere nur in Bezug auf Fleischproduktion: Schlachtkühe) teilnehmen. In dem vorgesehenen Marktmodell kann eine Nämlichkeit ab der Mast gewährleistet werden. Die Finanzierung erfolgt entlang der Wertschöpfungskette vom Lebensmitteleinzelhandel/Gastronomie über die Fleischwirtschaft.

Anbei finden Sie alle wichtigen Unterlagen zu den Kriterien und einer Teilnahme:

Rindermast

Kälbermast

Milchviehhaltung

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

25. Februar 2022

Coronavirus – Wiederaufnahme der Audittätigkeit

Im Hinblick auf das aktuell verlangsamte Infektionsgeschehen und der in vielen Lebensbereichen bereits erfolgten Lockerungen erachtet die QS GmbH, wie auch die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl, die Durchführung von Audits nun wieder als möglich.

Zum Schutz aller am Audit beteiligten Personen müssen weiterhin in besonderer Weise die Hygieneregeln beachtet werden. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts unter: www.rki.de

Die Auditoren haben Handlungsempfehlungen zur Auditdurchführung unter Beachtung des aktuellen Corona-Geschehens erhalten und klären im vorhinein telefonisch das Vorgehen mit den Betrieben.

20. Mai 2020

Ausnahme bei Vermarktungsengpässen – Einzelfallentscheidung bei Vermarktung an
Nicht-ITW-Schlachtbetriebe

Durch die erneute Ausbreitung des Coronavirus und damit reduzierte Schlachtkapazitäten in Schlachtbetrieben sowie durch behördliche Maßnahmen aufgrund von ASP-Funden bei Wildschweinen, kann es derzeit zu Vermarktungsengpässen kommen. Im Einzelfall bietet die Vermarktung an Schlachtbetriebe, die nicht an der ITW teilnehmen – ggf. auch an Schlachtbetriebe im Ausland – die einzige Möglichkeit für Tierhalter, einen Schweinestau im eigenen Mastbetrieb zu vermeiden oder aufzulösen und somit im Sinne des Tierschutzes eine Überbelegung der Ställe zu verhindern.

Normalerweise wird für Tiere, die an Nicht-ITW-Schlachtbetriebe geliefert werden, kein Tierwohlentgelt gezahlt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es dennoch möglich, die Tiere für die Auszahlung des Tierwohlentgelts über die Trägergesellschaft zu berücksichtigen. Sollten Tierhalter ausnahmsweise an einen Schlachtbetrieb, der nicht an der ITW teilnimmt, bzw. ins Ausland vermarktet haben, wird über eine Auszahlung des Tierwohlentgelts im Einzelfall entschieden.

Um die Vermarktungssituation einschätzen zu können, werden genaue Informationen benötigt:

  • Eine Stellungnahme des Tierhalters mit Begründung der Vermarktungssituation
  • Eine schriftliche Bestätigung des üblichen ITW-Schlachtbetriebs oder Viehhändlers, dass die Tiere derzeit nicht angenommen werden können
  • Die Schlachtabrechnung bzw. Schlachtergebnismeldung (Auszahlungsbeträge können geschwärzt werden)
  • Bei Vermarktung ins Ausland: vom Amtsveterinär ausgestellte „Bescheinigung für den innergemeinschaftlichen Handel“.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

20.11.2020

ITW- Fortbildungsveranstaltungen

Teilnehmer der Initiative Tierwohl müssen in der neuen Programmphase 2021-2023 einen Nachweis für das neue Kriterium „Fortbildung“ erbringen. Für den Erhalt eines Nachweises bieten wir Schweinehaltern einschlägige, fachspezifische Fortbildungsveranstaltungen online über Zoom an. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

18.12.2020

Umgang mit Vermarktungsengpässen durch Coronavirus und ASP

Aus aktuellem Anlass informieren wir Sie nochmals darüber, dass es angesichts der erneuten Ausbreitung des Coronavirus in Schlachtbetrieben sowie der behördlichen Maßnahmen aufgrund der ASP zu Vermarktungsengpässen kommen kann. Sind bestimmte Kriterien durch die Ausnahmesituation nicht einzuhalten, gelten die nachfolgenden Regelungen weiterhin.

Plausible Begründung
Wenn im Audit plausibel erkennbar ist, dass eine erhöhte Besatzdichte bei Schweinen nur vorübergehend und der Sondersituation geschuldet ist, wird dies im Audit entsprechend mit Augenmaß berücksichtigt: In diesem Fall wird das Kriterium „Platzangebot“ nicht negativ bewertet. Dies gilt auch für weitere Prüfkriterien. So kann das Tier/Tränkeplatz-Verhältnis und das Tier/Fressplatz-Verhältnis evtl. nicht mehr eingehalten werden. Auch die Stallböden für Mastschweine können, wenn die Tiere länger als geplant in der Ferkelaufzucht bleiben, ggf. nicht mehr passen, oder das Stallklima entspricht nicht mehr allen Anforderungen des Leitfadens. Auch in diesen Fällen muss geklärt werden, ob die Abweichungen aus der Sondersituation resultieren. Wenn ja, wird keine Abwertung vorgenommen. Für eine plausible Begründung sollte möglichst eine schriftliche Bestätigung vom Schlachtbetrieb, Vermarkter oder Mastbetrieb bzw. eine schriftliche Bestätigung zur behördlichen Sperrung des Betriebs vorliegen. Dies gilt auch, wenn der Betrieb nicht selbst direkt von einer Vermarktungssperre betroffen ist, sondern einer der abnehmenden Betriebe bzw. das Schlachtunternehmen.

Wichtig: Abweichungen, die auf erhöhte Tierzukäufe zurückzuführen sind, sind von dieser Ausnahme explizit ausgenommen.

Tierschutzanforderungen einhalten
In dieser Ausnahmesituation ist die Tierbeobachtung durch Sie als Tierhalter besonders entscheidend, damit die grundlegenden Tierschutzanforderungen eingehalten werden. Sie müssen deshalb alle möglichen Maßnahmen für die Gesunderhaltung der Tiere ergreifen. Wenn Sie kurzfristig Ställe zur Unterbringung von Schweinen anmieten oder die Tiere in anderen Ersatzgebäuden unterbringen, muss im Sinne des Tierschutzes die korrekte Versorgung der Tiere ebenfalls sichergestellt sein. Sollten Gebäude genutzt werden, die nicht im bisherigen Audit berücksichtigt waren, müssen Sie Ihren Bündler über die Nutzung der Ersatzunterkunft und die voraussichtliche Dauer informieren. Diese Meldung an den Bündler wird im Audit unter 2.1.1 Betriebsdaten bewertet. Eine Auditierung dieser kurzfristig genutzten Ersatzställe vor der Vermarktung ist nicht zwingend notwendig.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

05. Oktober 2021

ITW: Gesetzliches Beschäftigungsmaterial

Anforderungen an Beschäftigungsmaterial in der ITW

Mit den Änderungen der Tierschutznutztierhaltungs-Verordnung ändern sich auch die Anforderungen der Initiative Tierwohl an das Beschäftigungsmaterial. In den Kriterienkatalogen der ITW steht dem ITW-Raufutter das gesetzlich geforderte Beschäftigungsmaterial gegenüber: „Das Raufutter muss ein anderes Material sein als das gesetzlich geforderte Beschäftigungsmaterial (z.B. Stroh und Heu; verschiedene Strohsorten gelten als ein Material). Zudem müssen das Raufutter und das Beschäftigungsmaterial getrennt (z.B. nicht über gemeinsame Raufe für Heu und Stroh) angeboten werden.“

Dementsprechend gelten für das Beschäftigungsmaterial im Rahmen der ITW (abweichend von den Anforderungen im QS-System) die gesetzlichen Anforderungen. Die Erläuterungen wurden dementsprechend umfassend ergänzt:

Erläuterungen zum Kriterienkatalog Schweinemast (2021-2023)
Erläuterungen zum Kriterienkatalog Ferkelaufzucht (2021-2023)
Erläuterungen zum Kriterienkatalog Sauenhaltung (2021-2023)

Die Erläuterungen sind seit dem 1. Januar 2022 gültig. Dazu folgender Hinweis: die Bewertung des Beschäftigungsmaterials läuft unter dem Basiskriterium 3.2.14. Dies bedeutet, dass die Vereinbarung einer Korrekturmaßnahme möglich ist, sollte es geringfügige Abweichungen beim Beschäftigungsmaterial geben.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

01. Januar 2022

Umgang mit Leerständen im QS- und ITW-System über einen längeren Zeitraum

Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflussen auch die Schweinehalter in Ihren weiteren betrieblichen Ausrichtungen. Bei einer betrieblichen Umstrukturierung sind viele Details zu beachten und viele Änderungen zu melden. Falls eine längere Leerstandszeit geplant ist, sollten Sie sich im Vorfeld um einige Angelegenheiten kümmern. Häufig steht bei dieser Informationskette der Bündler für das QS- oder ITW-System nicht an erster Stelle, dabei ist es enorm wichtig, sich an diesen zu wenden. Wir erklären warum:

ITW-System
Lange Leerstände oder sogar eine mögliche Aufgabe der Schweinehaltung führen bei der Teilnahme an der Initiative Tierwohl immer wieder zu Problemen. Jeder Betrieb, der die Teilnahme an der ITW beendet, benötigt ein abschließendes Bestätigungsaudit. Wenn die Frage im Raum steht, ob nach einem Leerstand überhaupt wieder Tiere eingestallt werden, ist ein vorsorgliches Audit ratsam. Häufig kann das ohnehin anstehende Bestätigungsaudit dafür frühzeitig herangezogen werden. Eine Auditierung kann jedoch nur erfolgen, solange Tiere im Stall sind. Melden Sie sich daher zeitnah vor der letzten Ausstallung bei Ihrem Bündler, um den weiteren Verlauf zu besprechen.

QS-System
Im QS-System ist die Meldung eines Leerstands von großer Bedeutung für das verpflichtende Salmonellenmonitoring. Um möglicherweise drohende Liefersperren zu verhindern, sollte der Leerstand umgehend nach Wiederaufstallung bei dem Bündler gemeldet werden. Die Meldung bewirkt bei der Quartalskategorisierung eine Verlängerung des Beprobungszeitraums (auf max. 5 Quartale). Ein Leerstand umfasst min. 30 Tage, bis maximal 6 Monate und kann nur einmal innerhalb von zwölf Monaten gemeldet werden. Die Teilnahme am QS-System bleibt in dieser Zeit weiterhin bestehen. Unabhängig von dem gemeldeten Leerstand muss für die Salmonellenkategorisierung das betriebsindividuelle Probensoll erfüllt werden, welches Sie den Quartalsinformationen des Bündlers entnehmen können. Ist das aktuelle Probensoll nicht erreicht, müssen weitere Maßnahmen – wie bspw. die Blutprobenziehung vor der nächsten Vermarktung – ergriffen werden.
Ist im Vorfeld absehbar, dass ein Standort länger als 6 Monate keine Mastschweine halten wird, kann über eine vorrübergehende Abmeldung vom QS-System nachgedacht werden. Dies sollte jedoch immer betriebsindividuell und in Absprache mit dem Bündler beurteilt werden.

Haben Sie hierzu Fragen, kontaktieren Sie uns gerne.

22. April 2022

IQ-Agrar App

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